Termine

Für eine bundesweite Demonstration ‚Linke Alternativen zur Krise des Kapitalismus’

In die Offensive kommen!
In vielen Spektren der Linken wird in den letzten Wochen über die Krise des neoliberalen Kapitalismus und ihre sozialen und politischen Folgen diskutiert. Verständigungsprozesse über linke Strategien finden statt. Einige Vorschläge hierzu liegen bereits auf dem Tisch (z.B. ein ‚antikapitalistischer Ratschlag’ der Interventionistischen Linken am 25. Januar in Frankfurt; Vorschläge aus linken gewerkschaftlichen Zusammenhängen)

Bislang fehlt jedoch die ‚Initialzündung’, damit unterschiedliche Spektren zusammenkommen und linke Perspektiven jenseits der Krise sichtbar machen. Wir möchten, in Ergänzung zu bestehenden Vorschlägen, einen konkreten Schritt in diese Richtung gehen und ein breites, gesellschaftlich mobilisierungsfähiges Bündnis für eine gemeinsame (bundesweite) Demonstration in den ersten Monaten 2009 anstoßen.

Das Projekt einer gemeinsamen Bündnisdemonstration
Die Krise birgt die Chance für eine plurale Linke, die Suche nach Alternativen zum Kapitalismus sichtbar zu machen und gesellschaftliche Kräfteverhältnisse zu verändern. Die aktuelle Situation bedeutet weder das Ende des Kapitalismus noch den Anfang einer Alternative. Während Sarkozy eine „Neugründung der Kapitalismus“ fordert,  kann hier unsere Intervention für eine Neugründung globaler Solidarität und die Suche nach Alternativem zum Kapitalismus ansetzen.

Kapitalismuskritik und Alternativen jenseits des Kapitalismus
Die Suche nach Alternativen jenseits des Kapitalismus sichtbar zu machen und Forderungen zuzuspitzen – das sind Herausforderungen einer neu zu erfindenden ‚radikalen Realpolitik’. Ziel der Mobilisierung sollte es daher sein, in der derzeitigen Umbruchsituation konkrete Kapitalismuskritik, die Diskussionen um Alternativen und gesellschaftlich eingreifende, zugespitzte Forderungen zu verbinden. Das kann eine gemeinsame Mobilisierung, die Kräfte bündelt, besser erreichen als dezentrale Initiativen.

Dabei gilt es, die zahlreichen, in unterschiedlichen Spektren geführten Diskussionen um Wirtschaftsdemokratie, Globale Soziale Rechte, neue solidarische Formen sozialer Sicherung und Infrastruktur,  die Vergesellschaftung von Banken und Konzernen, Politische Streiks und neue Formen sozialer Gegen-Macht zusammenzuführen und eine breite Öffentlichkeit für solche Themen herzustellen. Dabei geht es auch darum, welche Formen sozialen Ungehorsams möglich und gemeinsam mobilisierbar sind.

Garantie der sozialen Sicherheit statt Garantien für Banken und Konzerne

Die Demonstration soll einen sichtbaren Beitrag dazu leisten, gesellschaftliche Gegenmacht gegen die Abwälzung der Krisenfolgen und eine weitere Aushöhlung der bürgerlichen Demokratie durch eine autoritäre Staatlichkeit zu organisieren. Damit das gelingen kann, muss sie sich direkt auf die konkreten Auswirkungen der Krise und die Abwehrkämpfe gegen Prekarisierung, Lohnverzicht und Erwerbslosigkeit beziehen, wie dies u.a. von Gewerkschaftslinken bereits vorgeschlagen wird.

Klima, Krieg und Krise: Themen verbinden – Kapitalismuskritik konkret machen

Es geht aber um mehr als die Finanzkrise: Für die Mehrheit der Menschen bedeutet Leben im Kapitalismus permanente Krisen und Unsicherheit. Die alltägliche Produktion von Unsicherheit und Gewalt muss ebenso thematisiert werden wie die globale Klima- und Energiefrage, die Nahrungsmittelkrise und Kriege als Form der Krisenlösung. Die Demonstration soll daher dazu beitragen Kapitalismuskritik mit konkreten Auseinandersetzungen um Klimapolitik, soziale Sicherung und imperiale Kriege zu verbinden und Zusammenhänge deutlich zu machen.
Das kann nur gelingen, wenn viele sich beteiligen und zusammenarbeiten. Daher setzen wir auf einen gemeinsamen Bündnisprozess.


IPAHB halt’s maul!

16. Oktober 2008 *** 17.30 Uhr Gárbatyplatz (S+U BHF. Pankow)

Rassisten-Aufmarsch sabotieren

Am 16. Oktober eröffnet die Moschee der Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat in Pankow-Heinersdorf. Die rassistische „Interessengemeinschaft Pankow-Heinersdorfer Bürger“ (IPAHB ) mobilisiert gegen die Eröffnung und Kündigt TeilnehmerInnezahlen in tausender Höhe an.
Ob dem so ist bleibt zu bezweifeln. Die letzten Aufmärsche gegen die Moschee haben allerdings gezeigt das eine TeilnehmerInnenzahl mit bis zu 800 Rassisten zum Minimum der Heinersdorfer Mobilisierungen gehört. Trotzdem bleibt in diesem Konflikt ein Großteil der Berliner Linken eher verhalten und beteiligt sich nicht an den Gegenaktionen.
Nutzen wir die zur Zeit laufenden Debatte um den antimuslimischen Rassismus des bürgerlichen und rechtspopulistischen Lagers um nach Heinersdorf zu mobilisieren.

Von Köln bis Heinersdorf – Rassisten stoppen!

Weitere Infos folgenden in den kommenden Wochen unter:
www.heinersdorf-buendnis.de.vu

Sa., 20. September: Gegen den Anti – Islam – Kongress in Köln

Rassismus bekämpfen ! – Kongress in Köln verhindern !

Vom 19. bis zum 21. September 2008 wollen RassistInnen und NeofaschistInnen aus ganz Europa in Köln einen so genannten „Anti-Islamisierungs-Kongress“ durchführen.

Die Gruppe Soziale Kämpfe unterstützt den Aufruf eines breiten Bündnis antifaschistischer und antirassistischer Initiative zu Massenblockaden gegen den Kongress.

Wir beteiligen uns an der Berliner Mobilisierung nach Köln (u.a. Busse nach Köln, siehe unten).

Im Rahmen der Mobilisierung findet eine Veranstaltung am 10. September im Festsaal Kreuzberg statt:

‚Wir‘ und die ‚Anderen‘? – Mehrheitsgesellschaft, Islam und Rassismus in Deutschland‘

mit:

Gruppe Soziale Kämpfe &

Werner Schiffauer (Kulturwissenschaftler)

Am: Mittwoch, 10.09.08, 19.30 Uhr

Im: Festsaal Kreuzberg, Skalitzer Str. 129, U-8 Kottbusser Tor

„Wir“ und die „Anderen“

Islam, Mehrheitsgesellschaft und Rassismus in Deutschland

Vom 19. bis 21.09.2008 veranstaltet die rechtsextreme Partei „Pro Köln“ einen „Anti-Islamisierungskongress“ in Köln, zu dem bis zu 1000 Teilnehmer der europäischen Rechten angekündigt werden. Ein breites Bündnis antifaschistischer und antirassistischer Initiativen und Organisationen ruft zu Protesten gegen den Kongress auf. Wir wollen am 10. September im Festsaal Kreuzberg über die Hintergründe eines sich formierenden anti-muslimischen Rassismus diskutieren und die Frage stellen, welche Konsequenzen diese Stigmatisierung für die Selbstzuschreibungen von Muslimen in Deutschland hat.

„Pro Köln“ greift mit dem Kongress in gesellschaftliche Auseinandersetzungen ein, in denen ‚der Islam‘ im Zentrum steht – von Debatten über Einwanderung und nationale Identität bis zur Sicherheitspolitik. Spätestens seit der – zumindest offiziellen – Anerkennung, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, sowie den Anschlägen vom 11. September avanciert der Islam dabei zunehmend zur Kontrastfolie für das Selbstbild der Mehrheitsgesellschaft. Das selbstgerechte Beanspruchen von Demokratie, Säkularismus, Aufklärung und Universalismus für die eigene „Kultur“ wird durch die Kämpfe von Muslimen um Teilhabe in Frage gestellt.

„Pro Köln“ und andere europäische Rechte versuchen in den Auseinandersetzungen um Moscheebauten gesellschaftliche Bündnisse zu schmieden: In Köln nahmen Rechtsextreme die Mobilisierung in die Hand und fanden breite Zustimmung in der Bevölkerung, in Berlin initiierten besorgte Bürger/innen einen so erfolgreichen Protest, dass die Neonazis nur noch aufspringen brauchten.

Toni Garde (Gruppe Soziale Kämpfe)
verortet anti-muslimischen Rassismus u.a. in Kampagnen und Strategien des neoliberalen Blocks und der extremen Rechten, die in einer prekarisierten Gesellschaft ihren Widerhall finden. Der neoliberale Staat entsichert Lebensverhältnisse und verspricht statt sozialer Gleichheit Sicherheit gegen islamistischen Terror und die Folgen von Einwanderung. Integrationspolitik wird auf kulturelle Anerkennung reduziert, Migrant/innen werden auf diese Weise homogenisiert und als ‚Andere’ festgeschrieben.

Werner Schiffauer (Uni Frankfurt) befasst sich mit dem Zusammenhang von Fremd- und Selbstzuschreibungen von Muslimen in Deutschland. Ihre Verortung erfolgt in einem Spannungsverhältnis von Bezügen auf das Einwanderungsland, auf das Herkunftsland sowie auf den Islam als Weltreligion. Schiffauer fragt nach den Konsequenzen aus Deutschlands Vorgehen, die Kämpfe von Muslimen um gesellschaftliche Teilhabe unter einen sicherheitspolitischen Vorbehalt zu stellen und gibt eine Einschätzung von DITIB, deren Moscheebaupläne zum Anlass des Kölner Kongresses genommen werden.

Moderation: T.O.P. Berlin

Veranstaltung
Mittwoch 10.09.2008, 19.30 Uhr
Festsaal Kreuzberg, Skalitzer Straße 129, U Kottbusser Tor

Proteste in Köln gegen den „Anti-Islamisierungskongress“:
Demonstration Freitag 19.09.2008, 19.00 Uhr, Domplatte mehr unter www.no-racism.mobi
Blockaden Samstag 20.09.2008 mehr unter www.hingesetzt.mobi

Es fahren Busse aus Berlin am Freitag um 11.00 Uhr und 23.00 Uhr. Karten gibt es bei der Buchhandlung Schwarze Risse (Gneisenaustraße 2a und Kastanienallee 85).

Mo., 18.08.2008, 17 Uhr: Solidarität mit dem Streik im Einzelhandel

*Kassiererin streikt: Kaiser’s kündigt*
*Kundgebung gegen Repression und Schikanen bei Kaiser’s *

Kundgebung am 18. August um 17 Uhr in Berlin-Friedrichshain vor dem Kaiser’s
Markt Ecke Revaler Str. / Warschauer Straße

Mehr Informationen zur Kundgebung und zur Kündigung von Emmely

5. Juli Berlin, 14 Uhr Schlossplatz (Berlin Mitte)

Demonstration anlässlich des 15 Jahrestages der Abschaffung des Asylrechtes
Für ein globales Recht auf Migration – Solidarität ohne Grenzen
Gegen Rassismus, soziale Ausgrenzung und Überwachungsstaat!

Den Aufruf des De-fence-Bündnisses findet ihr hier …

Webseite des Defence-Bündnisses:
http://www.recht-auf-migration.de.vu/

Do., 3. Juli, 19 Uhr Mobilisierungsveranstaltung der Gruppe Soziale Kämpfe zur Demo am 5. 7:

Solidarität ohne Grenzen?! – Globale Arbeitseilung, Migration und soziale Kämpfe

Es diskutieren:
Lisa Boylos und Dieter Behr (Europäisches BürgerInnenforum, Wien): Peripherie und Plastikmeer. Arbeitsbedingungen und Organisierung von Migrant/innen in Andalusien.

Gregor Samsa (NoLager Bremen): Überlegungen zu globaler Arbeitsteilung und migrantischer Arbeit. Solidarität (ohne Grenzen)?! – Vorstellung einer Kampagne zu Arbeitskämpfen in der Landwirtschaft und in Supermärkten

Gruppe soziale Kämpfe: Antirassismus im High-Tech-Kapitalismus – zum Anliegen der Demonstration am 5.7.

Im: Max & Moritz, Oranienstraße 162
Donnerstag, 3.7., 19.00 Uhr

flyer zur veranstaltung: migration-solidaritat

Artikel von No Lager Bremen zu Supermärkten, Migration und globaler Landwirtschaft:

hier …

Glaube, Hoffnung, Liebe? Zur Kritik der Religion

Mittwoch, 11.6., 19h im Max und Moritz, Oranienstr. 162, Kreuzberg

Religionen scheinen gesellschaftlich im Aufschwung:
die katholischen Jugendbewegung in Deutschland,
evangelikale Lebensschützer in den USA, muslimische
Tugendwächter in Malaysia – der globalisierte Kapitalismus
geht nicht einfach mit einer Universalisierung
oder Modernisierung der Lebensweisen einher. Die
Politik um Religionen erstarkt und mit ihr die Kämpfe
in und um Religionen.
Religionskritik ist dabei zuweilen selber eingebunden
in herrschaftliche Perspektiven, etwa in rassistischen
Untertönen von Kritik am Islam. Konstruktionen des
»forschrittlichen Westens« können nur schwer ihren
Ursprung in kolonialen Debatten verbergen und
schweigen über die religiösen Bewegungen, die Macht
ihrer Institutionen und Glaubenssätze der »säkularen«
bürgerlichen Gesellschaft.
In der Veranstaltung soll nach linken Perspektiven
einer Kritik der Religion gefragt werden, die nicht
einfach ihre Träger für »dumm« oder unaufgeklärt
hält. Der Zusammenhang von religiösen Denk- und
Praxisformen mit dem transnationalen Kapitalismus
sollen analysiert und Religionen so auch als Kampffeld
verstanden werden.

Jan Rehmann lehrt am Union Theological Seminary in New York sowie am Philosophischen Institut der FU-Berlin. U.a. von ihm im Historisch-kritischen Wörterbuch des Marxismus (HKWM) erschienen: Antizipation, Charisma, Fatalismus, Glauben,
Hoffnung, Ideologietheorie.

Ton Veerkamp, 1971–1999 Pfarrer für ausländsche
Studierende in Berlin (West), 1978–1995 Mitherausgeber
der Zeitschrift Texte und Kontexte. U.a. von ihm
erschienen: »Der Gott der Liberalen. Eine Kritik des Liberalismus«

Veranstaltung gemeinsam mit der Hellen Panke, http://www.helle-panke.de

Freitag, 6. Juni, 6 Uhr – 13 Uhr:

Aktion ‚dichtmachen!‘ – Solidarität mit den Streiks im Einzelhandel

(Infos: www.dichtmachen.org; info@dichtmachen.org)

Dichtmachen! be_streik!
Am Freitag, 6. Juni wollen wir von 6:00 bis 13:00 Uhr gemeinsam mit den Streikenden eine Filiale bestreiken und dichtmachen!

Mehr Infos zu der Aktion und den Aktionsort erfahrt ihr über den mail-Verteiler auf www.dichtmachen.org oder über info@dichtmachen.org

Seit praktisch einem Jahr finden bundesweit im Einzelhandel Streiks statt. Bei ihm stehen u.a. die Spätarbeits- und Wochenendzuschläge zur Disposition, die der Arbeitgeberverband vollständig streichen will.
Den entschlossenen Beschäftigten ist es leider bislang nicht gelungen, massiven Druck auf die Einzelhandelskonzerne Metro, Edeka, Arcandor und co. auszuüben. Trotz Medienberichten über die prekären Arbeitsverhältnisse und miesen Arbeitsbedingungen (z.B. an der Supermarktkasse von Discountern wie Lidl) werden die Streiks weitgehend ignoriert.
Gegen den Streik setzen die Unternehmen auf eine repressive Politik mit Gängeleien, Überwachung und Kontrolle am Arbeitsplatz, Einschüchterungsversuchen. Systematisch wird Streikbruch durch den Einsatz von LeiharbeiterInnen organisiert.
Diesem konnte die bisherige Streikstrategie von verdi zu wenig entgegensetzen.
Dadurch steht der Streik nach einigen Monaten auf der Kippe: Entweder es gelingt, den Druck zu erhöhen und die gemachten, auch positiven Kampferfahrungen zu vertiefen, oder es droht eine Niederlage, Hinnahme von Verschlechterungen und eine weitgehende Resignation.
Es ist Zeit für neue Bündnisse und eine neue Streikstrategie!
In Berlin haben sich linke AktivistInnen und Gruppen, GewerkschafterInnen, prekär Beschäftigte und Erwerbslose zusammen geschlossen, um den Streiks im Einzelhandel durch Mobilisierung gesellschaftlicher Unterstützung den Rücken zu stärken und Druck auf die Einzelhandelskonzerne auszuüben.
Es haben sich Kontakte und eine Zusammenarbeit mit im Arbeitskampf aktiven Beschäftigten entwickelt. Jetzt wird es Zeit für praktische Solidarität!
Uns geht es um die ‚Ausweitung der Kampfzone’: Aktionen, die den Druck auf die Unternehmen verstärken und eine bewusstere Form der öffentlichen Wahrnehmung schaffen können. Die Beteiligung von Nicht-Beschäftigten am Arbeitskampf, der Aufbau einer Basis gesellschaftlicher Unterstützung kann zu einer Ausweitung und Erweiterung des Kampfes beitragen.

Beschäftigte und KundInnen, prekär Beschäftigte, AktivistInnen und StudentInnen gemeinsam organisiert gegen prekäres Lohnarbeiten und Leben. Solidarität statt Prekarität.

Dichtmachen! be_streik!


26. Mai 2008, 19h

Entsichert? Gewalt und Zustimmung im Sicherheitsstaat

Mit: Alex Demirovic, Andreas Fisahn, Gruppe Soziale Kämpfe

Im: Max und Moritz, Oranienstraße 162, 10969 Berlin

Im Zuge des „Krieges gegen den Terror“ haben geheimdienstliche und sicherheitspolitische Maßnahmen massiv zugenommen. Die vermuteten oder echten Sicherheitsrisiken sollen aufgespürt und verhütet werden, bevor sie überhaupt auftauchen.
Spätestens seit den Hausdurchsuchungen und dem Einsatz der Bundeswehr anlässlich der G8-Proteste, Auseinandersetzungen um Vorratsdatenspeicherung und Online-Durchsuchungen ist in linken Diskussionen verstärkt vom „Sicherheitsstaat“ die Rede. Der Staat gilt dabei oft als ein außerhalb und über der Gesellschaft stehendes Repressionsinstrument. Die Entwicklung der Sicherheitspolitik wird als „Entrechtlichung“ und „Ausnahmestaat“ diskutiert. Damit lässt sich aber nicht verstehen, wie die Zustimmung „von unten“ zu dieser Politik organisiert wird und wie sich Kräfteverhältnisse im Staat verschieben. Sind die sozialen Ent-Sicherungen im neoliberalen Kapitalismus Grundlage für eine autoritäre Formierung? Die Frage ist für die Entwicklung von Widerstandsstrategien und Bündnissen entscheidend: Geht es um Abwehrkämpfe gegen Rechtsabbau oder um die Verteidigung und Ausweitung sozialer Rechte?

Alex Demirovic spricht zu Macht und Sicherheit im Neoliberalismus
Prof. an der TU Berlin, Autor u.a. von „Demokratie und Herrschaft“
Andreas Fisahn spricht zum Umbau des Rechts und Entdemokratisierung als Wege in den Sicherheitsstaat?
Prof. an der Uni Bielefeld, Autor von „Herrschaft im Wandel“
N.N. Gruppe Soziale Kämpfe: Kampf um soziale Rechte statt Repressionsfixierung?

Veranstaltet von Helle Panke e.V. und Gruppe Soziale Kämpfe

11.05.2008 Workshop zu Arbeitskämpfen und Unterstützungspolitik beim Buko ’08 in Dortmund (www.buko.info)

flyer-buko-workshop

Arbeits- und soziale Kämpfe – Perspektiven von Unterstützung und
Intervention

Eine Diskussion mit zwischen Linken inner- und außerhalb der Gewerkschaften.

In den letzten Monaten haben sowohl Arbeitskämpfe als auch das Interesse
daran in der Linken zugenommen. Dazu haben auch die Streiks bei der Bahn
und im öffentlichen Dienst beigetragen, die durch eine starke
Mobilisierung und Beteiligung geprägt waren. In verschiedenen Teilen der
Linken wird über die Einschätzung und Perspektiven dieser Kämpfe
diskutiert.
Mit VertreterInnen von Erwerbslosengruppen und des Netzwerks
Gewerkschaftslinke wollen wir Perspektiven für Unterstützung und
Intervention diskutieren:
– wie können Arbeits- und andere soziale Kämpfe miteinander verbunden
werden? Wie können konkrete Kapitalismuskritik und Intervention
verbunden werden?
– Wie ist die Rolle der Gewerkschaften einzuschätzen und wie kann ein
Spagat zwischen Intervention und unabhängiger Organisierung aussehen?

Konkret wollen wir offene Fragen der Zusammenarbeit zwischen linken
Gruppen, Gewerkschaftslinken und sozialen Bewegungen diskutieren. Nach
kurzen Inputs soll der Schwerpunkt auf der gemeinsamen Diskussion liegen.
Es diskutieren u.a.:
– Fels
– Gruppe Soziale Kämpfe
– Initiative zur Vernetzung der Gewerkschaftslinken

7.2.2008, 19h
Jour fixe: „Revolutionäre Realpolitik“ und „konkrete Kapitalismuskritik“. Fragen politischer Strategie oder die Aktualität der Organisierungsfrage.
Mit: Mario Candeias, Mitarbeiter der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Ort:Monarch, Skalitzer Str. 134, U1 + U8 Kottbusser Tor

Mario Candeias (Mitarbeiter der Rosa Luxemburg Stiftung) widmet sich den Kräfteverhältnissen zwischen verschiedenen Akteuren der gesellschaftlichen Linken – Linkspartei, Gewerkschaften, Attac, radikale Linke – in einer Situation, in der die Kritik am Neoliberalismus unter dem Druck zunehmender Unzufriedenheit und sozialer Konflikte zum Thema für Politik und Medien geworden ist. Für die radikale Linke stellt sich darin die Frage nach Perspektiven einer ›revolutionären Realpolitik‹ und konkreten Kapitalismuskritik.

Anschließend wollen wir gemeinsam die Diskussion um eine ›eingreifende Politik‹, den Versuch, die Frage
nach dem ›Ganzen‹ mit konkreten Kämpfen und Perspektiven zu verbinden, vertiefen. Statt Kapitalismus und Staat abstrakt anzugreifen und den ‚Kommunismus’ als Parole zu zitieren, müssen antikapitalistische Perspektiven in diesen konkreten gesellschaftlichen Kräfteverhältnissen entwickelt -der Kampf um Hegemonie geführt werden. Der Suchprozess, wie eine ‚revolutionären Realpolitik‘ und konkrete Kapitalismuskritik unter neuen Bedingungen aussehen könnte, steckt noch in den Anfängen.

Eine strategische Bündnisorientierung wie sie von Teilen der radikalen Linken u.a. bei der G8-Mobilisierung
verfolgt wurde, um gesellschaftlich wirksamer zu sein, ist ein wichtiger Schritt. Gefragt ist ein produktiver
Umgang mit den eigenen Widersprüchen einer eingreifenden Politik: Wie kann die Entwicklung antikapitalistischer Perspektiven mit der notwendigen Bündnisfrage verbunden werden?

Wo setzt linksradikale Politik um Arbeit an – im Wohnbezirk, in den eigenen prekarisierten Arbeitsverhältnissen, gemeinsam mit den Gewerkschaften vor den Werkstoren?

Wie vermeiden wir die Trennung zwischen Arbeitsverhältnissen und aktuellen Lebensweisen?

Wie vermitteln wir antikapitalistische Gesellschaftskritik mit konkreten Kämpfen und ihren Forderungen?

Wie bringen wir die Diskussion um eine andere Gesellschaft jenseits von Markt, Staat und Nation in ‚konkreten Uto-pien’ voran?

In welchem Verhältnis bewegt sich eine solche Perspektive zu Gewerkschaften, Linkspartei und Staat?

In prekären Verhältnissen, die gerade auch linke Zusammenhänge betreffen, stellt sich für die radikale Linke die Frage nach einer (Neu)Organisierung, die nicht nur das Aufrechterhalten der eigenen Zusammenhänge sichert, sondern gesellschaftlich wahrnehmbar ist und über eine Subkultur (Szene) hinaus wirken kann.

Flyer ‘Revolutionäre Realpolitik’

Artikel zum Thema ‚konkrete Kapitalismuskritik‘:

„Kapitalismus ist nicht Kapitalismus – ist nicht Kapitalismus – ist nicht Kapitalismus“ , Thesen zum Kongress »Ums Ganze – No Way out« von Kendra Briken, Sonja Buckel, John Kannankulam, Jens Wissel u.a.

Workshop:
„Neue Klassenkämpfe? Betriebliche Bewegungen und Perspektiven antikapitalistischer Intervention“
Sa., 9. Februar 2008, 14.30 – 19 Uhr
Im: Haus der Demokratie (Greifswalderstr. 3)
Block I: Prekarisierung – Klassenzusammensetzung – ‚neue Klassenkämpfe’?
14.40 – 15.00 Uhr Peter Birke (Historiker)
– Klassenfragmentierung, Arbeitskämpfe und politische Perspektiven der Klassenkämpfe
15.00 – 15.30 Uhr Bernd Röttger (Sozialwissenschaftler)
Krise und Erneuerung von Gewerkschaftspolitik im neuen Kapitalismus. Was bedeutet die ‚Linie Luxemburg – Gramsci’ für die Klassenkämpfe der Zukunft?

Block II: ‚Stand der Kämpfe’ und antikapitalistische Perspektiven
16.30 Uhr Mag Wompel (labournet; Industriesoziologin)
‚Stand der Kämpfe’: Erfahrungen aus betrieblichen und Erwerbslosen-Bewegungen. Anknüpfungspunkte für Interventionen
16. 50 Uhr Organisierte Autonomie Nürnberg
Erfahrungen beim AEG-Streik
17.15 – 19.00 Uhr Diskussion: Unterstützung, Intervention und Organisierung – Ziele und Formen antikapitalistischer Politik in den Arbeitskämpfen
Mit Inputs von:
Unterstützungsgruppe Gate Gourmet, Hans Kobrich (IGM, VK BMW Spandau) , Gruppe Soziale Kämpfe, Internationale Kommunisten, Fels (Cimemax-Organising)

Abends: Austauschtreffen

flyer-klassenkämpfe

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