Workshop zu Arbeitskämpfen

Workshop zur Diskussion und Vernetzung
Samstag, 9. Februar 2008, 14.30 – 19 Uhr; Haus der Demokratie, Greifswalderstr. 4

Flyer mit Programm

‚Neue Klassenkämpfe? Betriebliche Bewegungen und Perspektiven antikapitalistischer Intervention’

Klassenkampf von ‚oben‘ und ’neue‘ Klassenkämpfe

Die Fragmentierung der Arbeiterklasse in eine Vielzahl von (Lohn)Arbeitsverhältnissen hat nicht zu einem Verschwinden des Klassenkampfes verschwunden. Im neoliberalen Kapitalismus hat das Kapital den sozialstaatlichen Klassenkompromiss einseitig aufgekündigt. Prekarisierung von Arbeits- und Lebensverhältnisse, verstärkte Konkurrenz und eine Individualisierung der Konflikte erschweren die Entstehung von Widerstand und Gegen-Macht. Die Gewerkschaften gehen aus den Veränderungen des Kapitalismus geschwächt hervor und nehmen vielerorts die alte Rolle als Sozialpartner neu ein.

Aber es kommt es auch zu einer Neuzusammensetzung der Arbeiterklasse und Ansätzen eines neuen Kampfzyklus: So fanden in den letzten Jahren eine Vielzahl von Arbeitskämpfen, (wilden) Streiks statt (wie bei AEG in Nürnberg; Opel Bochum; Bosch Siemens Hausgeräte in Berlin; beim Dienstleister Gate Gourmet, bei der Telekom, zuletzt bei der Bahn und im Einzelhandel …). Meist handelt es sich um Abwehrkämpfe, die sich gegen drohende Verschlechterungen oder Betriebsschließungen wehren.. Einige dieser Kämpfe wurden jedoch mit offensiven Forderungen und Kampfformen geführt, in den Kämpfen tauchen Forderungen nach ‚politischem Streik’, Generalstreik und neuen Perspektiven sozialer Sicherung auf. Die Kämpfe finden jedoch punktuell und unverbunden voneinander statt, es fehlen Verknüpfungen und über tarifpolitische Fragen hinausgehende Perspektiven.

In diesen Suchprozessen stellt sich für antikapitalistische Linke die Frage nach Möglichkeiten des Eingreifens über die ökonomischen und betrieblichen Grenzen der Kämpfe hinaus und der Organisierung einer konkreten antikapitalistischen Politik.

Gemeinsam Kämpfen? Antikapitalistische Perspektiven und ihre Organisierung
Wir wollen über den ‚Stand der Kämpfe’ diskutieren und zu einer Verständigung über Ansätze und Ziele der Unterstützung von Arbeitskämpfen beitragen. Ziel ist eine Diskussion und Vernetzung von Aktiven aus unterschiedlichen Bereichen und politischen Zusammenhängen – in und außerhalb von Gewerkschaften. Vorhandene Ansätze zur Unterstützung sind weitgehend unverbunden und eine Verständigung über Ziele und gemeinsame Organisation steht noch aus. Ansätzen wie der ‚Mayday’ versuchen solidarische Perspektiven angesichts der Unterschiedlichkeit prekärer Lebensverhältnisse zu entwickeln, bleiben aber bisher getrennt von Auseinandersetzungen in Betrieben.
Welche Ansätze zur Unterstützung von Arbeitskämpfen gibt es? Welches sind die Grenzen von (linker) Gewerkschaftspolitik? Wie können Perspektiven des Eingreifens und der Organisierung über betriebliche und ökonomische Grenzen der Kämpfe hinaus aussehen?

Um in der nächsten Zeit sichtbarer eingreifen zu können, wollen wir auch die Frage nach der Organisation und Vernetzung von Unterstützungspolitik diskutieren. Dazu sollen Ideen für die nächsten Schritte entwickelt werden.

Flyer mit Programm

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